Big Data – digitaler Goldrausch

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„Google weiß nicht nur wo sich ein Nutzer aufhält, sondern wahrscheinlich auch, was er gerade denkt,“ sagt Eric Schmidt, ehemaliger Chief Executive Officer von Google. Das Unternehmen (http://recordedfuture.com/) geht sogar noch weiter: Basierend auf der Analyse von Online Medien und Social Media sollen zukünftige Ereignisse vorhergesagt werden. So konnte recordedfuture das iPad3 Release Date ziemlich genau prognostizieren. Auch die t+d Trendforschung nutzt Daten aus dem Netz um Trends zu quantifizieren und die weitere Entwicklung abzuschätzen. Beispielsweise Coca Cola, für die wir Benchmarking-Systems zur ganzheitlichen Erfolgsbewertung digitaler Marketingkampagnen entwickelt haben. 

Die Beispiele zeigen, dass die qualitative Erhebung und Nutzung von Daten keine Option mehr, sondern ein klarer Wettbewerbsvorteil ist. Denn die Menge an gespeicherten Daten steigt exponentiell und damit auch das Potenzial. Sekündlich entstehen gewaltige Datenmengen durch digitalisierte Finanztransaktionen, Ortungsdaten in Smartphones oder durch immer stärker vernetzte Partner innerhalb der Wertschöpfungsketten. Mit der Menge und Qualität an gespeicherten Daten steigt auch ihr Wert. So stellen große Datenmengen einen großen Unternehmenswert dar, was wiederum neue Management-Praktiken fordert und fördert. Wichtig ist an dieser Stelle die Bereitschaft von Unternehmen, sich zu öffnen und auch Daten herauszugeben. Denn je stärker Geschäftspartner, aber auch Kunden diese Daten in ihr Business / Leben integrieren, desto stärker ist die Bindung an das eigene Unternehmen.

Die Speicherung, Auswertung und Nutzung von Daten wird somit immer häufiger zum Kernelement der Unternehmensstrategie. Doch der Umgang mit anfallenden Daten ist nicht zu unterschätzen. Denn neben rechtlichen Rahmenbedingungen und großen Investitionskosten für die notwendige Technologie fördert der Umgang mit immer größer werdenden Datenmengen auch eine entsprechende Anpassung der (Management-) Prozesse. Die typischen Phasen (Daten erheben -> Analysieren -> Strategie entwickeln -> Handeln) laufen zukünftig simultan / in real time ab. Das Problem ist also nicht der Mangel an Daten, sondern die qualitative Nutzung.

“Getting Information off the internet is like taking a drink from a firehydrant” Mitchell Kapor

Ist die Integration erst einmal vollzogen, eröffnen Daten und die daraus gewonnen Erkenntnisse, zahlreiche Möglichkeiten das Unternehmen und damit verbunden Potenziale zu optimieren und zu maximieren. Auch die Geschwindigkeit, mit der Prozesse und Innovationen ablaufen, kann deutlich gesteigert werden. Denn die Art der Entscheidungsfindung ändert sich grundlegend. Mithilfe kontrollierter Tests können Unternehmen Thesen und Ergebnisse direkt analysieren, um Investitionsentscheidungen leichter und schneller zu treffen, was wiederum eine deutliche Verbesserung der Finanz- und Produktleistung eines Unternehmens mit sich bringen kann.

Online-Unternehmen haben natürlich einen entscheidenden Vorteil. Denn große Datenmengen und der damit verbundene Umgang gehören zum Kerngeschäft. Doch auch Unternehmen mit physischen Gütern bieten großes Potenzial. So hat Mc Donalds einige Geschäfte so ausgerüstet, dass unter anderem Besucherzahlen, Interaktion mit Kunden und Bestellungen erfasst werden, um Menus, Restaurant-Design und Ausbildung anzupassen und letztlich den Umsatz und Produktivität zu optimieren. Cloud-Computing, Apps, Location Based Services und Realtimetracking stehen aber in Konflikt mit der Privatsphäre. Hier sind Regierungen, Unternehmen und Konsumenten gefragt, in Dialog zu treten und für einen Konsens aus Datenschutz, Sicherheit und gegenseitigem Nutzen zu sorgen.

Unternehmen stehen also vor enormen Herausforderungen. Letztlich stellen große Datenmengen aber neben rechtlichen Risiken und hohen Anfangsinvestitionen einen entscheidenden Faktor und damit Vorteil im globalen Wettbewerb dar, der bei einem kreativen Umgang mit Daten und der Aufhebung der klassischen Trennung von Technologie, Analyse und Kreation genutzt werden kann.