
Kaum ein soziales Netzwerk beherrscht derzeit so stark die Medienlandschaft wie Pinterest. Und das nicht ohne Grund. Im März 2010 in Kalifornien gegründet, wächst Pinterest mit rasanter Geschwindigkeit. Seit ihrem Start im Mai 2011 kommt die digitale Pinnwand auf mittlerweile 11,7 Millionen monatliche Besucher und hat damit die 10 Mio. Marke schneller übersprungen als jede andere vergleichbare Website bislang (Quelle: comscore). Trotz Beta Phase mit Einladungssystem!
Und darum dreht sich der ganze Hype: Technisch betrachtet ist Pinterest ein einfacher Bookmark-Dienst, der im Gewand einer digitalen und öffentlichen Pinnwand daher kommt. Ähnlich der Facebook-Pinnwand jedoch mit dem Unterschied, dass bei Pinterest nur Bilder und Videos „gepinnt“ werden. Auf der einen Seite lassen sich die Lesezeichen in eigenen Kategorien sortieren und veröffentlichen, auf der anderen Seite können auch gezielt die Pinnwände von anderen verfolgt werden, ähnlich wie bei Twitter. Diese werden dann auf der Pinterest-Startseite angezeigt.
Ein Geschäftsmodell war bisher noch unbekannt, was anderen Größen wie youtube, facebook und Co. zumindest am Anfang nicht geschadet hat. Doch jetzt hat sich herausgestellt, dass Pinterest die Links seiner Nutzer zu Online-Shops im Nachhinein durch Affiliate Tracking Codes ersetzt und somit im Falle einer erfolgreichen Transaktion eine Provision kassiert. Eine logische Konsequenz, da Pinterest bereits jetzt großes Potenzial für Unternehmen, besonders im Bereich SEO und E-Commerce bietet. Denn laut Google Adplanner sind 80% der Pinterest User Frauen und alle im besten konsumfreudigen Alter.
Natürlich hat auch Rocket Internet das Potenzial erkannt und mit Pinspire direkt einen reinrassigen Clon ins Rennen geschickt. Doch damit sind sie nicht allein: liked by aus Berlin verfolgt dasselbe Konzept.
Obwohl Pinterest in Deutschland erst am Anfang steht, offenbart sich zu Beginn gleich das größte Problem. Das Urheberrecht. Denn anders als in den USA, stellt das unerlaubte „pinnen“ von Bildern schnell eine Urheberrechtsverletzung da. Das Problem, mit dem bereits Facebook zu kämpfen hat, zeigt, dass das deutsche Uhrheberecht dringend eine Anpassung an die Online-Welt benötigt. Denn die "faire Nutzung", wie sie in den USA erlaubt ist, bietet doch in den meisten Fällen nur Vorteile für den Urheber, häufig ist sie sogar explizite gewünscht.
Vergleicht man das neue Netzwerk mit Facebook, Twitter oder Google +, so zeigen sich die ersten Vorteile. Denn bei allen drei Netzwerken lassen sich die Nachrichten einer Person thematisch nicht unterteilen. Man bekommt mehr oder weniger alle Nachrichten oder keine. Selbst die Circles by google+ lösen das Problem nicht. Bei Pinterest hingegen lassen sich Boards anlegen, denen auch einzeln gefolgt werden kann. Ein Nutzer kann also von anderen Nutzern komplett abonniert werden (inkl. aller Boards) oder es werden nur einzelne seiner Boards abonniert, die zu den Interessen des anderen Nutzers passen.
Was hat nun t+d damit zu tun? Mit unserem Website-Relaunch haben wir auch die Kategorie „what we like“ eingeführt. Hier stellen wir Produkte und Ideen vor, die uns auf dem Weg durch soziale Netzwerke und Plattformen begegnet sind und durch Innovation, Cleverness und Humor überzeugt haben. Für diese Kategorie werden wir zukünftig auch Pinterest nutzten um „what we like“ schneller und regelmäßiger zu erweitern und zu aktualisieren. Ein best of präsentieren wir dann monatlich auf unserer Webseite.

Vielen Dank für den guten Überblick. Probieren geht über studieren, angemeldet und ausprobiert wird auf jeden Fall.